Bericht einer Angehörigen

Den Mut finden, auch eigene Interessen zu vertreten

„Für mich selbst kann ich sagen, dass der größte Lernschritt ist, die Alzheimer-Krankheit anzunehmen und zu akzeptieren, sowohl für mich als Partnerin als auch für meinen Mann. Wenn ich das nicht gelernt hätte, würde noch immer zu viel Energie in dieses Gefühl des „Nichtwahrhabenwollens“ fließen und mich für wichtigere Dinge blockieren.


Dieses Annehmen bedeutet natürlich auch, dass ich Abstriche machen muss. Das Leben verläuft nicht mehr so, wie ich mir das vorgestellt hatte. Ich muss meinen eigenen Lebensplan neu definieren. Das halte ich für ungemein wichtig: den Mut zu finden, auch meine eigenen Interessen zu vertreten und einen eigenen Lebensplan und neue Ziele zu finden. Denn das gibt mir die Stärke, den Alltag und das Miteinander mit meinem kranken Mann zu bewältigen.“

(M. Brinkmann)